Ein wichtiger gemeinsamer Bezugspunkt war Klärwerk III. Die Ausstellung „Künstlerfreunde“ im Haus an der Redoute in Bonn-Bad Godesberg brachte im Oktober 2012 Arbeiten mehrerer Weggefährten zusammen. Die historischen Aufnahmen dokumentieren diesen Zusammenhang, ohne einzelne Werke oder Personen neu zuzuordnen.



Alfred Kerger
Alfred Kerger ist als Bonner Aktionskünstler eng mit der Geschichte von Klärwerk III verbunden. Im Februar 1982 gründete er die Gruppe gemeinsam mit Goedart Palm und Karl-Heinz Wolff. Die erste Ausstellung im Bonner Kunsteck in Bonn-Kessenich führte voneinander unabhängige Einzelarbeiten der drei Beteiligten zusammen. „Kunst im Bunker“ war nicht der Titel dieser Ausstellung, sondern ein späteres Projekt, das aus dem satirischen Briefwechsel über die künstlerische Ausgestaltung des Regierungsbunkers hervorging.
Gemeinsame Ausstellungen, Aktionen und öffentliche Interventionen bestimmten den langjährigen Arbeitszusammenhang. Kergers Praxis setzt häufig bei einer konkreten Situation an und verbindet Aktion, Ironie und politische Zeitbeobachtung. Dazu gehören auch Fluxus-nahe Eingriffe wie die Aktion „Beethoven für Schlingensief“. Die Verbindung zu Goedart Palm gründet nicht auf einer einheitlichen Gruppenästhetik, sondern auf der gemeinsamen Organisation von Projekten und dem produktiven Nebeneinander eigenständiger Positionen.
Johannes Stüttgen
Johannes Stüttgen, 1945 in Freiwaldau geboren, studierte von 1966 bis 1971 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys und schloss als dessen Meisterschüler ab. Er wurde ein enger Mitarbeiter von Beuys und übernahm von 1980 bis 1986 die Geschäftsführung der Free International University. In seiner Arbeit als Künstler, Autor und gesellschaftspolitischer Akteur befasst er sich besonders mit dem erweiterten Kunstbegriff, der Sozialen Plastik, Bildung und direkter Demokratie.
Die Free International University bildet den zentralen historischen Zusammenhang zur Begegnung mit Klärwerk III. Sie verband Kunst und Bildung mit gesellschaftlicher Gestaltung und verstand künstlerische Arbeit nicht als abgegrenzte Disziplin, sondern als Beteiligung an sozialen Prozessen. Klärwerk III war auf Einladung von Joseph Beuys im Apollo-Zelt der Free International University im Umfeld der documenta 7 präsent. Damit war die Gruppe nicht offizieller documenta-Aussteller im üblichen kuratorischen Sinn.
Stüttgen ist hier ausschließlich als Gast und zeitweiliger Beteiligter im Umfeld gemeinsamer Projekte einzuordnen. Er präsentierte Arbeiten im Rahmen der Ausstellung „Ground Zero“ im Bonner Kulturforum mit Klärwerk III. Ein weiterer gemeinsamer Zusammenhang ist durch das Foto von 1991 dokumentiert, das Alfred Kerger, Johannes Stüttgen und Goedart Palm in der Galerie Erhard Klein in Bonn zeigt. Daraus wird weder eine Mitgliedschaft bei Klärwerk III noch eine persönliche Freundschaft oder langjährige Weggemeinschaft abgeleitet.

Rainer Maria Jaenicke
Rainer Maria Jaenicke stellt seit 1970 aus und arbeitet mit Installation, Assemblage, Montage, Zeichnung, Text, Fundstücken und digitalen Formen. Seine Website ColoniArs dokumentiert eine Praxis, die Kunst immer wieder in öffentliche Räume, zeitgeschichtliche Zusammenhänge und offene Arbeitsprozesse führt. 1983 begann seine Zusammenarbeit mit Klärwerk III; daraus entwickelte sich eine langjährige Mitwirkung an Ausstellungen und Aktionen.
Mit Goedart Palm und Paul Dieter Geißler war Jaenicke 1984 an „Himmel und Erde“ auf dem Bonner Münsterplatz beteiligt. Später folgten unter anderem „Black Hole“, Installationen im Haus an der Redoute und das Rockenfeld-Projekt. Mit Geißler entstanden weitere gemeinsame Installationen, darunter Arbeiten in Bonn, Sittard und Siegburg. In diesem Zusammenhang wurde Jaenicke zu einem beständigen Mitstreiter im Umfeld von Klärwerk III. Seine Arbeiten verbinden gefundene Materialien und historische Fragmente mit Kommentaren zur Gegenwart; der dokumentarische Impuls bleibt dabei Teil des künstlerischen Verfahrens.
Paul Dieter Geißler
Paul Dieter Geißler wurde am 20. Januar 1946 in Bornheim geboren. Er absolvierte in Köln eine Ausbildung zum Gebrauchsgrafiker und schloss sie 1964 ab. Seit den späten 1970er-Jahren beteiligte er sich regelmäßig an Ausstellungen. Seine Arbeit entwickelte sich von Collage, Zeichnung und Ölmalerei zu raumbezogenen Installationen und Aktionen; seit den 1990er-Jahren kamen Videoexperimente und Videoinstallationen hinzu. Die unterschiedlichen Medien stehen bei ihm nicht getrennt nebeneinander, sondern verbinden Bild, Material, Raum und zeitlichen Ablauf.
Geißler arbeitete wiederholt mit Rainer Maria Jaenicke zusammen und war an Projekten von Klärwerk III beteiligt. 1984 gehörte er gemeinsam mit Jaenicke und Goedart Palm zur Aktion „Himmel und Erde“ auf dem Bonner Münsterplatz. Es folgten Installationszusammenhänge in Bonn und andernorts. 2009 war Geißler an „Rockenfeld? ist überall“ im Bonner Künstlerforum beteiligt; 2012 wurde er in der Ausstellung „Künstlerfreunde“ im Haus an der Redoute genannt. Diese gemeinsamen Projekte bilden die konkrete Verbindung zu Goedart Palm.
Florian Schneider
Florian Schneiders Arbeiten führen klassische Bildtraditionen und digitale Malerei zusammen. Madonnen- und Caritasmotive, kunsthistorische Vorlagen und Figurenbilder werden nicht einfach reproduziert, sondern mit den Mitteln digitaler Bildkonstruktion neu gefasst. Lichtkästen verstärken dabei die Leuchtkraft und die künstliche Präsenz der Bilder. Der digitale Ursprung bleibt in Hintergründen, Übergängen und bewusst gesetzten Irritationen erkennbar, während die Oberflächen zugleich an malerische Verfahren erinnern.
Die Verbindung zu Goedart Palm ist auf dieser Website vor allem durch den ausführlichen Essay „Digitale Malerei“ dokumentiert. Palm beschreibt dort Schneiders Auseinandersetzung mit kunsthistorischen Motiven, der Materialität des Bildes und den neuen Werkzeugen rechnergestützter Produktion. Schneider erscheint außerdem im Umfeld der von Klärwerk III aufgenommenen und präsentierten Gastkünstler. Der interne Essay bleibt die wichtigste Quelle für diese künstlerische Begegnung und ordnet die Arbeiten ausführlich zwischen Bildtradition, technischer Konstruktion und künstlicher Bildpräsenz ein.

Joseph Schnorrenberg
Joseph Schnorrenberg wurde am 16. November 1951 in Bonn geboren und lebt dort als freier Künstler. Von 1970 bis 1975 studierte er freie Kunst an den Kölner Werkschulen. Sein dokumentierter Werdegang führt von Zeichnung und malerischen Verfahren zu Werkreihen, in denen Sammelbilder, Fundstücke, Inszenierungen und Assemblagen eine wichtige Rolle spielen. Die Arbeiten verbinden Beobachtungen des Alltags mit literarischen und erinnerungsgeschichtlichen Bezügen.
Eine konkrete Verbindung zu Goedart Palm ist im Umfeld gemeinsamer Bonner Ausstellungskontexte greifbar. Bei der Ausstellung „Die Kunst ist eine Angelegenheit des Geistes“ der Gruppe plan B im Künstlerforum Bonn 2022 waren Arbeiten Schnorrenbergs und Palms vertreten. Damit liegt ein belegter gemeinsamer Präsentationszusammenhang vor, ohne dass daraus eine weitergehende Werkbeziehung konstruiert werden muss. Für Schnorrenberg ist auf goedartpalm.de derzeit keine eigene interne Künstlerseite nachweisbar; deshalb verweist dieser Abschnitt ausschließlich auf das ausführliche externe Künstlerprofil.