Kunst · historisches Archiv

Digitale Kunst und das virtuelle Museum

Frühe digitale Bilder, Paraphrasen und Überlegungen zu veränderlichen Präsentationsformen.

Diese Seite entstand aus dem Misstrauen gegenüber einer Kunstpräsentation, die sehr verschiedene Bilder nebeneinanderhängt und ihre Gegensätze durch den Museumsbetrieb scheinbar befriedet. Werke mit unterschiedlichen Voraussetzungen, Techniken und Ansprüchen werden zu Nachbarn, ohne wirklich miteinander in Beziehung zu treten.

Die digitale Kunst eröffnete früh die Möglichkeit, solche Ordnungen neu zu denken. Bilder konnten als Varianten, Paraphrasen, Serien und Übergänge erscheinen; das virtuelle Museum musste keinen neutralen Raum simulieren. Die hier versammelten Arbeiten und Verweise dokumentieren diesen Versuch. Sie führen von eigenen digitalen Bildern über die Auseinandersetzung mit Gustav Klimt bis zu Florian Schneiders Malerei und zu einem Entwurf des Museums als veränderlicher Bildordnung.

Lineares Werk von Goedart Palm in einer imaginierten ägyptischen Museumssammlung
Die lineare Arbeit von Goedart Palm begegnet den ägyptischen Bildsystemen nicht als historische Kopie, sondern als heutige Ordnung von Zeichen, Figuren und Blicken. Der museale Raum ist imaginiert; das Werk an der Wand stammt von Goedart Palm. KI-Bild, 2026

Warum Museen Bilder neutralisieren

Wie schlecht Museen der bildenden Kunst funktionieren, ist mir am 15.01.2006 wieder im Museum Ludwig klar geworden: Bilder mit völlig differenten Konzepten hängen nebeneinander und schlagen sich in aller Ruhe (requiescat) wechselseitig tot. Das ganze Ausstellungswesen ist höchst marode - Zeit, sich neuen Präsentationsformen zu widmen...

Digitale Malerei

Kubistisch aufgelöste mediterrane Küstenstadt
Die Stadt verliert ihre Adresse und gewinnt eine Bildordnung. Häuser, Wasser und Wege bleiben erkennbar, doch sie gehorchen keiner begehbaren Geografie mehr. Gerade darin liegt ein Vorteil digitaler Malerei: Sie muss den Ort nicht dokumentieren, um seine Erinnerung zu treffen. Sie darf aus Architektur Rhythmus machen – und aus einer möglichen Küste den Plan einer Stadt, die nur im Bild vollständig ist. KI-Bild, 2026
Digitale Bildarbeit als Einführung in die digitale Malerei
Frühe digitale Bildarbeit. Weiter zum Essay über digitale Malerei und Florian Schneider.

Florian Schneider

Lauréat du Prix Arcimboldo pour la création numérique 2004.

Né à Bonn en 1958, Florian Schneider fait des études littéraires à l'Université de Munich et s'installe à Paris en 1986 pour écrire un mémoire de DEA sur Marcel Proust. Après le diplôme, il commence à peindre et à dessiner. Très vite, le visage féminin devient le sujet principal de son travail. Déjà, Florian Schneider peint sans modèle et sans référence photographique… mais utilise une photocopieuse pour élaborer un travail en série. En 1998, il intègre l'ordinateur comme outil de peinture, le stylet et la tablette numérique remplaçant le pinceau et la toile.

Ausstellung 2008/2009, Art 208, St-Germain-des-Prés

Mehr zu Florian Schneider →

Paraphrasen und Bildserien

Digitale Klimt-Paraphrase von Goedart Palm
Paraphrasen – Kommunikationen – Korrespondenzen: Gustav Klimt und der Wiener Jugendstil

Entwurf eines virtuellen Museums

Entwurf einer riskanten Neuschöpfung als virtuelles Museum
Goedart Palm, Vorschlag für eine riskante Neuschöpfung, 2009 (Ausschnitt)

Historische Fragmente

Zwei Bildfragmente aus dem älteren Website-Archiv.

Bildfragment zu den Marx Brothers
Marx Brothers · Archivmaterial
Bildfragment zu Moebius
Moebius · Archivmaterial