Comic, Camp und Popbild
Die produktive Geschmacklosigkeit
Vampirella ist weniger eine Figur mit stabiler Psychologie als ein Bild, das den Besitzer wechselt: Comicseite, Cover, Kostüm, Filmfantasie, Fetisch. Ihre Existenz liegt in der Oberfläche. Wer dahinter nach einem authentischen Kern sucht, hat das Prinzip der Popkultur bereits verfehlt.
Camp entsteht, wenn die Künstlichkeit nicht mehr als Mangel behandelt wird. Die Pose ist zu deutlich, das Kostüm zu wenig, die Erotik zu grafisch organisiert, um noch als Natürlichkeit durchzugehen. Gerade diese Übertreibung schafft Freiheit. Vampirella muss keine glaubwürdige Vampirin sein; sie muss als Zeichen funktionieren, augenblicklich und mit jener produktiven Geschmacklosigkeit, die schlechte Manieren in Stil verwandelt.
Zwischen Film und Comic verändert sich dabei der Körper. Die Zeichnung kann Schwerkraft, Anatomie und Stoffverbrauch ignorieren. Der Film muss die Unmöglichkeit materialisieren und offenbart dadurch das Kostüm als Kostüm. Dieser kleine Zusammenstoß von Fantasie und Material ist interessanter als jede moralische Abrechnung mit dem Bild.
Das vorhandene Montepulciano-Blatt gehört nicht zu Vampirella. Es bleibt unten als historisches Seitenfragment dokumentiert, wird aber nicht länger als Illustration der Popfigur ausgegeben.
Historisches Fragment ohne Filmbezug
Montepulciano
Die zugehörige Montepulciano-Zeichnung wurde aus der Filmseite entfernt, da sie keinen sachlichen Bezug zur Bildfigur Vampirella besitzt.
© Goedart Palm