Filmische Stadtminiatur
Waterworld Bonn – Weltbau durch Überblendung
Diese Seite handelt nicht von Kevin Costners Blockbuster. Ihr Titel benutzt Waterworld als Popformel für eine andere Unternehmung: Bonn wird leicht überflutet, venezianisch verschoben und für einen Moment zur künstlichen Ozeanwelt. Der historische Kern ist eine Bildarbeit, keine Filmkritik.
Gerade deshalb denkt sie cineastisch. Die Überblendung lässt zwei Orte gleichzeitig bestehen. Bonn bleibt erkennbar und wird doch von einem anderen Klima, einer anderen Topografie und einer unmöglichen Erinnerung heimgesucht. Filmischer Weltbau beginnt oft genau so: nicht mit der Erfindung aus dem Nichts, sondern mit einer Verschiebung der vorhandenen Welt.
Die Bilder versprechen keine stabile Utopie. Sie halten den unwahrscheinlichen Zustand nur so lange offen, wie er Bild bleibt. Sobald man ihn bauen wollte, verlöre er seine Leichtigkeit und würde Stadtplanung, Kostenstelle, Hochwasserschutz. Das Scheitern der Realisierung ist daher kein Mangel, sondern Bedingung der Imagination.
Blockbuster treiben denselben Vorgang in technische Hybris: Sie bauen Ozeane, Städte und Katastrophen, damit das Bild glaubwürdiger wird als die Landschaft. Diese kleine Bonner Waterworld wählt den umgekehrten Weg. Wenige Eingriffe genügen, um die vertraute Stadt porös zu machen. Das Künstliche wirkt nicht trotz, sondern wegen seiner sichtbaren Unmöglichkeit.
Historische Bildarbeit – erhalten
Bonnarium Waterworld

© Goedart Palm
Bonn, leicht überflutet, Antihitze-Szenario in Zeiten des Klimawandels
tema con variazioni
© Goedart Palm
Wärmer, mediterraner, eben nicht typisch, aber mitunter wünschbar

© Goedart Palm
Poppelsdorfer Schloss, leicht venezianisch

© Goedart Palm
Koblenzer Tor Interferenz der Erinnerungen, eine Fata Morgana
Gestalte Bonn: Bonner Überblendungen, der Versuch, verschiedenste Orte für einen kurzen Moment der Unwahrscheinlichkeit zu synchronisieren. Dabei bleiben beide oder mehrere Orte erhalten. Es gibt keine eingeschweißte Harmonie, keinen dritten Ort, keine stabilierte Utopie. Eine Vision erhält sich nur so lange, wie nicht versucht wird, sie zu realisieren.
Wenn ich über Kunst in Bonn nachdenke...
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