Zeitmaschine
Erinnerung bewahrt vergangene Wirklichkeit nicht einfach auf. Sie konstruiert Selbstbeschreibungen, verbindet Brüche und wird durch technische wie historische Rekonstruktionen immer wieder korrigiert. Diese Seite verfolgt die Spannung zwischen persönlicher Erinnerung, Identität und dem Wunsch nach einer Zeitmaschine.
Erinnerung als Konstruktion

Was sind Erinnerungen? Das Verhältnis von Erinnerungen und Geschichtsverfälschungen, dem Stolz der eigenen Saga gehorchend, hat Nietzsche beschrieben. Wir erinnern aber nicht nur, was wir erinnern wollen, sondern werden auch historischen Rekonstruktionen ausgesetzt, die nicht klaglos in eine narzisstisch geglättete Selbstbeschreibung eingebaut werden können. Erinnerungen erzeugen Personen.
Die technische Zeitmaschine
Deshalb würden wir vielleicht Erinnerungen kaufen (Total Recall), aber keine verschenken. Zum wenigsten die, die wir uns mühselig konstruiert haben. Die Erinnerungen der anderen erzwingen Korrekturen.
Die technische Zeitmaschine erscheint hier nicht als allgemeines Zukunftsversprechen, sondern als Zuspitzung einer längst wirksamen Rekonstruktion: Vergangenes wird verfügbar, neu geordnet und gegen die eigene Erinnerung gestellt.
Selbstbeschreibung und verlorene Wirklichkeit
Immerhin reicht die Idealisierung, nachträglich Erklärungen, Rechtfertigungen etc. zu liefern, um die Biografie geschmeidiger machen, als sie in dem Moment ist, in dem sie entsteht. Brüche werden verfugt, persönliche Bedingtheiten wegerklärt. Geschichtsschreibung ist Fälschung, dem großen Sinn folgend, den jene "zusammengelebten" Zeiten doch vorgeblich gehabt haben müssen.
Historische Wege und Materialien
Die älteren Reise-, Kunst- und Projektnavigationen bleiben als gewachsener Kontext auffindbar.