Persönlicher Auftakt
Was vom Kino im Blick bleibt
Filme verschwinden nicht, wenn die Leinwand dunkel wird. Ein Gang, ein Gesicht, eine Musik oder eine kaum bemerkte Kamerabewegung kann sich in die Erinnerung einschreiben und später bestimmen, wie ein Hotel, eine Straße oder ein fremder Blick gelesen wird. Kino ist deshalb mehr als Erzählung. Es ordnet Zeit, vergrößert Gesten, macht Räume verdächtig und verwandelt Oberflächen in Indizien.
Diese Seite führt zu Filmtexten, in denen Wahrnehmung, Erinnerung, Gewalt, Körper und populäre Bilder ineinandergreifen. Sie ist kein vollständiges Verzeichnis, sondern ein persönlicher Einstieg in einige wiederkehrende Motive – und darunter ein ruhiger Zugang zum gewachsenen Archiv der Filmkritiken.

Visuelle Einstiege
Räume, Masken und Reizmaschinen
Film und Popkultur
Kino als Magie, Horror als Form des Unheimlichen und Popkultur als Speicher von Gesten, Bildern und Begehren.
Zur Themenseite →Stanley Kubrick
Eine persönliche Würdigung filmischer Radikalität, kontrollierter Bilder und einer Wahrnehmung ohne beruhigenden Ausweg.
Zum Essay →Zimmer 237
The Shining als Hotel, Labyrinth und Bedeutungsmaschine – und die Deutung als eigener Film im Film.
Zum Text →Belphegor im Louvre
Museum, Maske und die nächtliche Rückkehr dessen, was geordnet und stillgestellt schien.
Zum Text →Natural Born Killers
Gewaltbilder, mediale Wiederholung und ein Film, der seine Zuschauer in die eigene Reizmaschine einbaut.
Zur Kritik →Shaft
Sound, Kleidung, Körper und Kamera: urbane Coolness als Oberfläche, Haltung und filmische Bewegung.
Zur Kritik →
Weitere markante Filmtexte
Montage, Mythos und Imagination
Cinetime: Céline et Julie vont en bateau
Rivette, Magie, Wiederholung und die filmische Möglichkeit, eine Geschichte zu betreten und zu verändern.
Zum Filmessay →Godard: One Plus One
Rolling Stones, Black Panther und Montage als politische und musikalische Gegenbewegung.
Zum Filmtext →Inherent Vice
Thomas Pynchon, kalifornischer Alptraum und die detektivische Sehnsucht nach Zusammenhang.
Zum Filmtext →Forbidden Planet
Die Krell-Maschine, das Monster aus dem Es und Technik als materialisierte psychische Projektion.
Zum Filmtext →
Gewachsener Bestand
Archiv der Filmkritiken
Cinetime
Rivette, Filmzeit und imaginäre Wirklichkeit.
Rambo
Wahrnehmung, Trauma, Vietnam und der politische Actionkörper.
Star Wars
Mythos, industrielle Bildwelt und das fortgeschriebene Universum.
Das Unheimliche
Hotel, Museum und die Störung vertrauter Räume.
Gewalt und Körper
Reiz, Bewegung und die politische Lesbarkeit des Körpers.
Filmische Gegenwelten
Science-Fiction, Künstlichkeit und delirante Imagination.
Spektakel und Kult
Große Oberflächen und ihre historischen Gebrauchsspuren.
Montage und Detektion
Bilder verbinden, Spuren lesen, Zusammenhänge bezweifeln.
Datierungen werden nur dort geführt, wo sie im lokalen Bestand sicher belegt sind. Die bestehenden Teil- und Fortsetzungswege bleiben als getrennte Links erhalten.
Historische Filmwerkstatt
Als wir noch Filmemacher waren …
Wir experimentierten mit Super 8, teurer Film, aufwändig zu schneiden und zu kleben. Mein Bruder (Bild oben) besaß diese nicht billige Kamera, die vor Video praktisch die einzige Möglichkeit war, low budget-Filme zu machen.
The Art of Filmmaking
Theoretiker verausgaben sich, um Filmästhetiken zu begreifen, wenn sie den Konstruktionsprinzipien eines Films folgen. Die Werkberichte von Regisseuren reichen oft, um ihren Erfolg/Misserfolg zu verstehen. Das Machen von Filmen folgt keiner ästhetischen Programmierung, sondern eher einem Kochbuch. Nimm bestimmte Ingredienzien und der Film sollte funktionieren. Inhalt, Plot, Sinn, Bedeutung und Wahrheit sind auch nur Ingredienzien des Films. Tarantino sagt zu "Reservoir Dogs": Ich hätte diese Schauspieler auch mit weißen T-Shirts vor einer weißen Wand spielen lassen können. Es wäre großartig geworden, weil es großartige Schauspieler sind. Das klingt einfacher, als es ist. Denn es gibt Flops, die fantastisch besetzt sind. Stimmt der Kontext der Schauspieler nicht, wird die Regie weißer T-Shirts längst keine formidablen Ergebnisse zeitigen. Das Rezept ist gut, doch nicht der Koch, sondern sein Gast entscheidet. Also bleibt die Kunst ein Geheimnis, so luzide sie sich auch geriert.


